3 Vorträge von Prof. Dominique Charpin

- Do 11.5. "Die Verwaltung einer Domäne in der altbabylonischen Zeit" (Akademie: Sonnenfelsgasse 19, Theatersaal 16:00)

- Mo 15.5. "Die königlichen Archive von Mari: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft "(Akademie, wie 11.5.)

- Di 16.5. "The ARCHIBAB programme: aims, methods and perspectives" (Univ.

Wien, Orientalistik, Arabica, 18:00 c.t.)

 

Abstracts

 

1. Die Verwaltung einer Domäne in der altbabylonischen Zeit Zu Beginn des 20. Jahrhunderts n. Chr. entdeckten Raubgräber auf einem Tell in Nord-Babylonien in der Nähe von Kiš eine Gruppe von Tontafeln, die heute über verschiedene Museen zerstreut (Chicago, Yale, Louvre, Sankt Petersburg, sogar im Vatikan) und größtenteils noch unpubliziert ist. Es handelt sich um Briefe und andere Texte aus dem Verwaltungsarchiv des Guts eines Alammuš-nāṣir. Die Verwaltungstexte datieren alle aus dem 15. und 20. Herrschaftsjahr von Samsu-iluna

(1749-1712 v. Chr.), Sohn und Nachfolger von Hammu-rabi, und erlauben uns, die Briefe in den gleichen Zeitraum zu setzen.

Schriftlichkeit spielte eine fundamentale Rolle in der Gutsverwaltung.

Der Vortrag behandelt einerseits die alltäglichen Verwaltungsvorgänge, insbesondere die Getreidekonten und die Personaladministration.

Andererseits werden die Briefe ausgewertet, die Alammuš-nāṣir während seiner regelmäßigen mehrmonatigen Abwesenheiten an seinen Verwalter schickte und die wichtige Informationen beispielsweise über die Rolle des Geldes im Wirtschaftsleben oder die Festlegung von Lohnniveaus enthalten.

 

2. Die königlichen Archive von Mari: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft Die Geschichte der Entdeckung und Erschließung der altbabylonischen Archive von Mari, einer der reichsten Quellen aus dem Altertum überhaupt, begann mit André Parrot während dessen zweiten Kampagne auf dem Tell Hariri im Winter 1934-35, genauer gesagt am 4. Februar 1935, vor 82 Jahren - eine Geschichte, in deren zweite Hälfte ich persönlich tief involviert war.

Ich werde über die Entdeckung der ca. 20.000 Tontafeln und Fragmente und über ihre Verbringung nach Paris sprechen, wo sie an verschiedenen Orten gelagert wurden, bevor sie schließlich wieder nach Syrien zurückkehrten.

Ich möchte weiters zeigen, in welcher Weise, unter welchen Umständen, die Tafeln entdeckt, restauriert, kopiert und fotografiert wurden.

Danach werde ich kurz die verschiedenen Phasen der Erschließung des Material skizzieren: die Editionsprinzipien der ersten Textausgaben und ihre weitere Entwicklung sowie die Entwicklung der Arbeitsinstrumente vom Gedruckten zum Digitalen.

Schlussendlich gebe ich eine quantitative und qualitative Übersicht über die Publikationen dieses Archivs und Informationen über laufende und zukünftige Veröffentlichungen.

 

3. The ARCHIBAB programme: aims, methods and perspectives It is not easy to work on the ca. 32,000 Old Babylonian archival texts that have been published so far: first, because the pertinent bibliography is scattered widely, and second, because numerous texts have only been published as hand copies (a practice which is unfortunately continued to this day). For those reasons, ARCHIBAB wanted to be from its outset more than just a simple collection of digital editions of Old Babylonian texts: it is a relational database allowing complex searches drawing on textual and metadata alike. I will describe the database and provide several examples of possible searches. In conclusion, I will speak about future perspectives regarding the contents and the structure of the site and the use of the underlying structure for the creation of other databases (ARCHIMAS, ARCHIKAS).

Note: www.archibab.fr can also be consulted in English.


Veranstaltungsart:Vortrag
Vortragender/Vortragende:

debourse

Datum: 11.05.2017
Zeit: 16:00