Die Verwaltung einer Domäne in der altbabylonischen Zeit

Vortrag von Prof. Dominque Charpin

Donnerstag 11. Mai 2017 um 16:00 Uhr

Österreichische Akademie der Wissenschaften, Theatersaal

Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien

 

Abstract

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts n. Chr. entdeckten Raubgräber auf einem Tell in Nord-Babylonien in der

Nähe von Kiš eine Gruppe von Tontafeln, die heute über verschiedene Museen zerstreut (Chicago, Yale,

Louvre, Sankt Petersburg, sogar im Vatikan) und größtenteils noch unpubliziert ist. Es handelt sich um

Briefe und andere Texte aus dem Verwaltungsarchiv des Guts eines Alammuš-nāsir. Die Verwaltungstexte

datieren alle aus dem 15. und 20. Herrschaftsjahr von Samsu-iluna (1749–1712 v. Chr.), Sohn und

Nachfolger von Hammu-rabi, und erlauben uns, die Briefe in den gleichen Zeitraum zu setzen.

Schriftlichkeit spielte eine fundamentale Rolle in der Gutsverwaltung. Der Vortrag behandelt einerseits

die alltäglichen Verwaltungsvorgänge, insbesondere die Getreidekonten und die Personaladministration.

Andererseits werden die Briefe ausgewertet, die Alammuš-nāsir während seiner regelmäßigen

mehrmonatigen Abwesenheiten an seinen Verwalter schickte und die wichtige Informationen

beispielsweise über die Rolle des Geldes im Wirtschaftsleben oder die Festlegung von Lohnniveaus

enthalten.


Veranstaltungsart:Vortrag
Vortragender/Vortragende:

debourse

Datum: 11.05.2017
Zeit: 16:00