Über uns

Über uns

Als Zentrum für das Studium des Nahen und Mittleren Ostens einschließlich Nordafrikas ist das Institut nicht nur die einzige Einrichtung seiner Art in Österreich, sondern auch eines der größten einschlägigen Institute in Mitteleuropa. Forschung einschließlich der Drittmittelprojekte und Lehre konzentrieren sich auf Altorientalistik (Assyriologie) und Vorderasiatische Archäologie, Arabistik, Islamwissenschaft sowie Turkologie mit besonderem Schwergewicht auf der Osmanistik sowie auf gegenwartsbezogener Türkeiforschung.

Kurze Institutsgeschichte

Das Institut wurde 1886 unter dem Namen „Orientalisches Institut“ gegründet. Die damals maßgeblich beteiligten Professoren waren der Historiker und Arabist Joseph von Karabacek (1845-1918), der Semitist David Heinrich Müller (1846-1912), der Ägyptologe Simon Leo Reinisch (1832-1919), der Indologe Georg Bühler (1837-1898) und der vergleichende Sprachwissenschaftler Friedrich Müller (1834-1898). Die am 5. März 1886 durch Dekret des „k.k. Ministeriums für Cultus und Unterricht“ erfolgte Gründung des Instituts war allerdings nur der Endpunkt einer bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Geschichte des Unterrichts von Osmanisch-Türkisch, Arabisch, Hebräisch und anderen semitischen Sprachen an der Universität Wien.

Bereits ein  Jahr nach der offiziellen Gründung erschien der erste Band der Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes, welche bis heute besteht und zu den am längsten ununterbrochen publizierten Fachzeitschriften weltweit gehört (2020 erscheint der 110. Band).

Wie im 19. Jahrhundert und noch lange darüber hinaus üblich, umfasste die „Orientalistik“ die Geschichte und Philologien mehrerer Weltregionen, von Nordafrika über den Vorderen Orient bis nach Indien und Ostasien. Durch die zunehmende Spezialisierung wurden immer mehr Fächer aus der Orientalistik herausgelöst und zu eigenständigen Instituten (Ägyptologie und Afrikanistik schon 1923, Indologie 1955, Japanologie 1965, Judaistik 1966). Seit den späten 1960er Jahren liegt der Fokus daher vor allem auf den Fächern Altorientalistik, Arabistik und Turkologie. 1977 erfolgte die Umbenennung in „Institut für Orientalistik“. 2003 kam dann die Islamwissenschaft  hinzu, während die Iranistik trotz vieler Bemühungen bis heute nur an der ÖAW als eigenständiges Fach betrieben wird.

In den letzten zwei Jahrzehnten ist das Institut stetig gewachsen und hat derzeit über vierzig Mitarbeiter*innen. Dies ist auch eine Folge der zahlreichen Drittmittelprojekte, die von den Wissenschaftler*innen des Instituts eingeworben werden. Die Orientalistik ist hier eines der drei erfolgreichsten Institute der Fakultät. Im laufenden Semester sind circa 700 Studierende in den vier Studienrichtungen der Orientalistik inskribiert.